Dienstag, 30. August 2016

Billyburg

So nennen die hier residierenden den angesagten Stadtteil Williamsburg zuweilen. Vor noch gut 20 Jahren war das eine eher verufene Gegend: mehr oder weniger abgewrackte Fabriken, Industriebrachen und Lagerhäuser. Über die Willamsburg-Bridge verrirte sich nur, wer auf der Suche nach Prostituierten, Drogen oder Ärger war. Von der U-Bahn-Linie L war seinerzeit eher abzuraten. Das hat sich komplett geändert. Offenbar geht es allen Großstädten gleich, billige und eher heruntergekommene Viertel werden von jungen Künstlern, Musikern, Studenten entdeckt und schnell werden sie "Szeneviertel". Dann nimmt die Gentrifizierung ihren Lauf und ehe man sich umgucken kann, schießen die Preise für vermoderte Bachsteinbauten in schwindelerregende Höhen. Nachdem Soho, Chelsea und die Lower Eastside nacheinander "entdeckt" und unbezahlbar wurden, ging man in den 90ern über den Fluss nach Brooklyn, genauer gesagt eben Williamsburg (zwischenzeitlich wird gemunkelt, dass die Underground-Kunst-Szene weiter wandert ins desolate Detroit, weil New York allerorten zu teuer geworden ist). Anfang des Jahrtausends wurde der Stadtteil schon als der mit den coolsten Kneipen und eine Art Geheimtipp gehandelt.

Hier (in dem hellen Haus) sind wir abgestiegen.

Als Gegend zum Wohnen schien uns das ganz in Ordnung, es muss ja nicht unbedingt wieder Manhattan sein. Unsere direkte Umgebung, eher Williamsburg East und noch am Rande des Booms, ist auch ganz beschaulich, holzverkleidete Häuschen dominieren das Straßenbild. Wahrscheinlich ist es insgesamt wenig zuträglich, wenn die Häuschen über AirBnB an Touristen vermietet werden, wir freuen uns dennoch über ein gemütliches Appartment mit Terasse und Grill. Eine ruhige Gegend, von Klimaanlagen, Sirenen und einer Baustelle abgesehen, wo es sich gut aushalten lässt.

Wie man sich Amerika so vorstellt: Kelogg's Diner bei uns um's Eck
Straßenszene, die angesichts der aktuellen Hitze nicht erstaunt
Holzfassaden sind öfters anzutreffen
Herumsitzende Menschen ebenfalls

Samstags findet hier ein Food-Market namens "Smorgasburg" statt am Ufer des East River. Da sind wir gleich nach Ankunft und Bezug der Wohnung dann auch hin. Allerlei Leckereien werden hier von etwa 100 Anbietern feilgeboten, überall bruzelt es und duftet fein. Hauptsächlich junges Volk strömt herbei und entsprechend ist hier alles zumindest "organic". Unser Roastbeef nach Spezialrezept im Baguette schmeckt jedenfalls. Das (organic) Root Beer hingegen ist gewöhnungsbedürftig, hat eine dezente Note von Hustensaft. Zum Verzehr nimmt man am Uferstrand Platz und hat dazu eine grandiose Kulisse, die Skyline von Manhattan, als erfreulichen Hintergrund.

Root-Beer schmeckt auch mit Aussicht komisch

Leckereien werden im Tausch gegen beträchtliche Geldbeträge ausgehändigt

Bevor hier im Viertel alle alten Fabriken in Millionen-Dollar-Appartements umgebaut sind, der Bauboom ist in jeder Straße beträchtlich, wollen wir noch ein bischen von dem sehen, was Williamsburg mit ausmacht. Dazu gehört Street-Art unbedingt dazu. Also spazieren wir mit einem ortskundigen Menschen durch das Viertel und lassen und allerlei über die diversen Graffitti-Techniken beibringen. Gesprüht wird eher selten, da Sachbeschädigung, meist noch im Einvernehmen mit dem Eigentümer der zu verziehrenden Wand. Statt dessen sind Aufkleber, Plakate, wieder entfernbares aus Papier, angezeigt. Diese Objekte sind zwischenzeitlich, wenn aus berühmter Feder stammend, richtig was wert, erfahren wir und nebenbei gibt es viele Informationen zur Geschichte des Viertels.

Berühmte Filmzitate: "Are you talking to me?"
Another brick in the wall
Colored
Dream
Hinter Gittern #2
Kandidatenverspottung
Remember Mohamed Ali

Donnerstag, 4. August 2016

NY #2

Man müsste mal wieder ... Genau, nach New York.
Es gibt so Städte, die man immer wieder besuchen kann, ohne das Langeweile aufkommt. Dazu gehört New York für mich mit Sicherheit. Beim ersten Besuch vor fünf Jahren habe ich mich mehr oder weniger auf Manhatten beschränkt, für mehr reichte die Zeit auch nicht. Dieses mal steht eine Woche zur Verfügung und wir haben uns im angesagten Stadtteil Williamsburg eingemietet.

Williamsburg auf der "Schääl Sick" von NY

Dank Air BnB wurde dort eine Wohnung angemietet. Ich bin mal gespannt, ganz normal wohnen zwischen ganz normalen Leuten, etwas abseits der Touristenattraktionen, das hat sicher seinen Reiz. Vielleicht gelingt es dann auch, die weniger touristischen Stadtteile wie Queens ein wenig zu entdecken. Genug zu tun wird es geben, vielleicht auch die Zeit, hier darüber zu berichten. In der letzten Augustwoche geht's los.

Freitag, 24. Juni 2016

Savoir vivre

Im Juli steht eine Kurzreise in das Elsass an. Vor etlichen Jahren war ich da schon einmal und die nahe gelegene Region mit viel Fachwerk und Landschaft gibt sicherlich etliche Fotomotive her. Gestartet wird passender Weise am Französischen Nationalfeiertag, Ankunft mit Feuerwerk ist auch nicht verkehrt. Ich plane die Zelte in Colmar und Straßburg aufzuschlagen und von dort die Umgebung zu erkunden. Kulinarisch ist das auch nicht die schlechteste Gegend, eine Woche ausspannen sollte daher in jeder Hinsicht gelingen.


Samstag, 19. März 2016

Unnütz

Das Internet ist voll mit Packlisten für mehr oder weniger exotische Reiseziele, jeder Reiseführer listet wichtige Gegenstände auf und auch ich habe meine über die Jahre verfeinerte Liste. Um möglichst wenig durch die Gegend schleppen zu müssen, hier die zehn oft empfohlenen Dinge, die man meiner Meinung risikolos daheim lassen kann:

Nicht qualifiziert für's Reisegepäck

Klopapier
Dieses Accesoir der westlichen Badezimmer ist mittlerweile so gut wie überall vorzufinden. Selbst in der Pampa und billigeren Unterkünften, in Nachtzügen usw. herrscht kein Mangel. Zur Not lässt sich überall welches kaufen, Papiertaschentücher hat man im Zweifel auch zur Hand und wenn alle Stricke reißen hilft die asiatische Methode.

Handtücher
Mittlerweile findet man diese auch in einfacheren Herbergen fast immer vor. Gut, nicht immer sind sie blütenweiß (die Idee, in Hotels weiße Handtücher zu verwenden, ist eh fragwürdig) und flauschig. Ich hatte auch schon Handtücher mit der Saugkraft von Plastikfolie, das ist dann weniger schön. Zur Not kauft man auf dem nächsten Markt eins, habe ich z.B. in Myanmar mal gemacht. Oder man nutzt ein T-shirt, ein praktischer Weise mitgenommenes vielseitiges Multifunktionstuch (Strandtuch, Wickelrock). Frottee bleibt zu Hause und ebenfalls diese Outdoor-Spezialtücher.

Schlafsack-Inlay
Vor Jahren habe ich mir so einen Seidensack in Vietnam schneidern lassen. Angenhem und trägt nicht groß auf, wurde aber so gut wie nie benutzt. In Nachtzügen schlafe ich meist eh in Klamotten und wenn man nicht gerade die letzte Absteige auswählt ist Qualität der Betten doch meist ausreichend.

Ohrstöpsel
Viele schwören drauf, ich konnte mich nie damit anfreunden, von Oropax und Co. von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. Ich habe aber auch keinen leichten Schlaf und bin Stadtlärm gewohnt.

Reiseapotheke
Ich meine die prall gefüllte. Natürlich ist sinnvoll, ein paar Dinge wie Pflaster, Mittel zur Durchfallbekämpfung und ein paar Salben dabei zu haben. Alles weitere, wenn es denn benötigt wird, bekommt man in den lokalen Apotheken für kleines Geld. In Deutschland reist ja auch niemand mit vollständigem Notfallequipement und zig Medikamenten durch die Gegend. Für Gegenden, in denen wirklich wit und breit keine Ärzte und Apotheken zu finden sind, sollte man freilich anders planen.

Moskitonetz
Da ich meist in klimatisierten Zimmern übernachte, wird das selten benötigt. Wo es sinnvoll ist, hängen die Dinger häufig in den Herbergen, dann ist Klebeband nützlich um die Löcher abzudichten. Mal ehrlich, wer betätigt sich erstmal als Heimwerker, um mit allerlei Schnüren. Haken usw. sein Netz in Hotelzimmern aufzuhängen? Käme mir nicht in den Sinn. Mücken mögen mich und ein Mückenschutz ist Pflicht (ich schwöre auf "Anti Brumm"). Aber zum Thema Netz: in Südindien hatte ich den Eindruck, das neben mir auch alle Mücken unter dem Netz übernachteten.

Reiseführer
Ich liebe Reiseführer. Vorher drin stöbern, sich orientieren, wo es interessant sein könnte, Hintergründe lesen, alles interessant. Aber erfahrungsgemäß sind Reiseführer vor Ort überflüssiger Ballast. Die Abfahrtszeiten des Busses muss man eh aktuell verifizieren, ob die genannten Restaurants / Hotels auch heute noch etwas taugen, muss man ohnehin selbst herausfinden. Im Zweifel findet man alles im Internet oder man kann sogar mit Menschen vor Ort sprechen, die sich auskennen. Am besten meidet man Orte, die mit "recommended by Lonely Planet" Schildern (früher) oder Tripadvisor Awards (heute) zugepflastert sind und alles wird gut. Praktisch ist manchmal, die kleinen Stadtpläne aus dem Reiseführer zu kopieren oder herauszureißen, die sind zur Orientierung schon ganz nützlich.

Bücher
Seit es e-books gibt ist das mitschleppen von Druckerzeugnissen überflüssig wie nur was.

Viele Klamotten
Ich laufe ungern abgerissen durch die Gegend, vor allem da in den meisten Ländern wert auf gepflegte Kleidung gelegt wird und Reisende im Landstreicheroutfit nicht gerade mit Respekt rechnen können. Trotzdem braucht man nicht viel, lieber lasse ich dann eben öfter mal Waschen. Zwei Hemden, eine Hose und Kleinzeug bekommt man auch in Thailand binnen eines Tages frisch duftend zurück für maximal einen Euro, in billigen Reiseländern eben noch billiger.

Schampoo und Co.
In den meisten Unterkünften bekommt man sowas mittlerweile, zumindest Seife eigentlich immer. Sonst kauft man zur Not auf dem Markt ein paar kleine Portionstütchen Schampoo (Achtung, unbedingt vor dem Duschen aufreißen, mit nassen Händen ist das ein Elend). Im Gepäck braucht man derlei nicht und es läuft auch dann nichts aus. Anders verhält es sich mit Sonnenschutz, der ist anderenorts meist arg teuer.

Braucht man schonmal

Selten benutzt habe ich in den letzten Jahren auch das vorsorglich zur Abwehr von Mangos und anderen Früchten mitgeführte Taschenmesser. Aber das ist dann doch manchmal praktisch, genau wie eine Taschenlampe. Ansonsten gilt im Grunde, dass man Sachen, die man zu Hause nicht braucht, unterwegs auch nicht braucht.

Sonntag, 13. März 2016

Spiegellos, ein erstes Fazit

Nach Thailand ging es zum ersten Mal mit einer spiegellosen Systemkamera im Gepäck, der Sony Alpha 6000. Nach drei Wochen hier nun ein kleiner Erfahrungsbericht zum Umstieg auf ein neues System.

Erste Bewährungsprobe für die Sony alpha 6000

Da ich immer eine zweite Kamera, außer der Actioncam GoPro, mitnehme, stand ich hier vor der Frage, welche soll es sein? Ich hätte ein zweites a6000 Gehäuse ausleihen und mitnehmen können, was sicher Vorteile bietet. Meist hatte ich bisher auch zwei DSLR Gehäuse im Gepäck. Allerdings würde das Ziel, Volumen und Gewicht des Fotozeugs deutlich zu reduzieren, dann schon wieder ein wenig "aufgeweicht". Also begab ich mich auf die Suche nach einer möglichst kompakten Lösung, am liebsten für die Hosentasche. Meine noch vorhandene Kompaktkamera ist in die Jahre gekommen und wäre zur Not eine Lösung gewesen, aber nicht völlig überzeugend, vor allem weil sie keine Full HD Videos liefert.

Nach entsprechender Recherche habe ich noch einmal investiert und die nicht gerade zum Schnäppchenpreis erhältliche Sony RX100 III erstanden. Nach allem was ich in Erfahrung bringen konnte ist dies sicherlich mit das beste, was in Sachen Kompaktkamera zu bekommen ist. Die Version drei der Kamera bietet einen eingebauten Sucher, das war für mich ausschlaggebend. Auch das stärkere Weitwinkelobjektiv im Vergleich zu den Vorgängern fand ich für mich sinnvoll. Der 1-Zoll Sensor soll einigermaßen brauchbare Ergebnisse liefern in Kombination mit dem 24-70mm Zoom, das eine passable Lichtstärke von 1,8-2,8 mitbringt. Außerdem kann im RAW-Format gespeichert werden, auch das ist Pflicht.

Begleitung für die Hosentasche: RX100 III

Zurück zur a6000. Natürlich kamen hier mehrere Objektive mit, bei einer Systemkamera ja durchaus Sinn der Sache. Ich hatte mich als "Standardobjektiv" für das leider ebenfalls teure Zeiss 16-70 (entspricht 24-105mm) entschieden, in der Hoffnung, damit eine bestmögliche Bildqualität zu erzielen. Das hat sich nach meinen ersten Eindrücken bestätigt, die meisten Bilder der Reise entstanden mit dieser Linse. Hinzu kam ein 10-18 (15-27mm) Weitwinkel, für mich unverzichtbar. Das Sony Weitwinkel ist qualitativ ausgesprochen gut und noch einigermaßen kompakt und leicht. Für schlechte Lichtverhältnisse packte ich noch die Festbrennweite 1,8/35 ein, die allerdings dann doch eher selten genutzt wurde. Die Lichtstärke Blende 4 der Zooms hat mir meist gereicht. An den Objektiven habe ich nichts zu meckern, optisch und mechanisch bin ich zufrieden und der Stabilisator taugt ebenfalls.

Einiges hat mir gut gefallen bei der Sony a6000 als Reisekamera:
  • Kompakte Größe und das Gewicht, schon ein deutlicher Unterschied zur DSLR
  • Schwenkdisplay, das hatte ich noch nicht und lernte es schätzen
  • Zügiger Autofokus, wobei ich hier Vorteile zur DSLR nicht feststellen kann
  • Elektronischer Sucher, bei manchen Gelegenheiten nicht schlecht, zum Beispiel in düsterer Umgebung
  • Die eher unauffällige Erscheinung, die nicht nach "Profikamera" ausschaut
Natürlich gab es auch Schattenseiten, die mir weniger zusagen:
  • Das "billige" Finish, viel Plastik, fummelige Tasten ohne Druckpunkt
  • Die Verschmutzungsanfälligkeit des Sensors, der bei Objektivwechseln immer frei liegt
  • Die Akkulaufzeit, Ersatzakkus sind Pflicht, war aber kein echtes Problem in der Praxis
  • Der elektronische Sucher, bei manchen Gelegenheiten ungüstig, z.B. Gegenlicht
  • Die Dichte der Bedientasten, der Kompaktheit geschuldet, Fehlbedienungen passieren manchmal ungewollt
  • Teils unpraktische Bedienung durch die Menügestaltung
Ein elektronischer Sucher ist gewöhnungsbedürftig, damit kann ich leben denke ich. Das Hauptproblem war tatsächlich, dass man beim Hantieren mit der Kamera schnell mal das sehr leichtgängige Einstellrad auf der Rückseite verstellt und damit eine falsche Belichtungskorrektur einstellt. Auch die Blende war öfters mal verstellt entgegen der Absicht. Nachdem ich mir angewöhnt habe, da wirklich immer drauf zu achten, ging es dann einigermaßen. Diese ungewollte Verstellung passiert hier definitiv leichter als bei meinen Spiegelreflexkameras, die Einstellräder dürfen für meinen Geschmack weniger "sensibel" sein.

Insgesamt kann ich ein positives Fazit ziehen. Die Fotos, und darauf kommt es ja an, entsprechen meinen Erwartungen recht gut. Ich werde sicher noch weiter mit der Kamera "üben" bei zukünftigen Gelegenheiten. Ein Feintuning ist etwa noch nötig bei der Erstellung von Zeitraffern, gesteuert über externe Software auf dem Tablet habe ich ich irgendwie keine Ausgabe als RAW hinbekommen und Suche dafür noch nach einer Lösung. Wenn sich der insgesamt gute Eindruck verstärkt, könnte dann das Nachfolgemodell a6300 interessant werden. Hier gibt es ein Magnesiumgehäuse mit Dichtungen, also wohl eine robustere und "wertigere" Kamera, was mir gut gefallen würde.

Nicht winzig, aber kompakt und leicht mit Standardzoom 16-70

Erstmals habe ich mit den beiden Sony Kameras die "Auto-ISO" Funktion genutzt. Diese lässt sich mit den niedrigsten / höchsten Werten einstellen und war bei mir permanent im Bereich von ISO 100 bis 400 aktiviert. Höhere Werte wollte ich vorsorglich vermeiden und situativ lieber bewusst einstellen. In der Praxis fand ich diese Flexibilität mit einem Umfang von drei Lichtwerten recht angenehm. Das Rauschverhalten ist übrigens recht positiv bei der a6000, allerdings auch nicht erkennbar besser als bei der Nikon D7000.

Geht je nach Verwendungszweck: Strandbar mit ISO 12800 (RX100), nicht entrauscht
Hohe ISO-Werte sind für den Bildschirm noch einigermaßen tauglich

Leichte Kameras ermöglichen auch leichtere Stative, eine angenehme Begleiterscheinung. Ich hatte in Thailand das sehr kompakte Slik Sprint Mini dabei, völlig ausreichend für die Sony. Hier zahlt sich auch das Klappdisplay noch einmal aus, da das Stativ nicht besonders hoch ist. Etwas problematisch ist die Verwendung von Arca-Kameraplatten, die an der a6000 mit dem Klappdisplay in Konflikt geraten. Ich habe wieder auf das hier bessere Novoflex Mini-Connect System zurückgegriffen, das trägt auch nicht groß auf an der Kamera. Ob es speziell auf die a6000 abgestimmte Arca-Platten gibt, vermag ich nicht zu sagen.

Gut gefallen hat mir die RX100. Als "Hosentaschenkamera" hatte ich sie tatsächlich genau so öfters dabei, zum Beispiel abends. Dann konnte der Rucksack im Zimmer bleiben und für ein paar spontane Bilder und Videos ist man dennoch gut gerüstet. Hier ist natürlich alles noch etwas "fummeliger" bei der Bedienung, was nicht überrascht bei der Größe, die kaum die Maße einer Zigarettenschachtel übersteigt. Die Kleine wirkt recht robust im Metallgehäuse und das Fotografieren damit macht schon Spass. Die aufklebbare Griffwulst für die Vorderseite ist Pflicht, damit verbessert sich die Handhabung. Die Bildergebnisse und Videos sind nach erster Sichtung völlig in Ordnung. Wunder darf man nicht erwarten, das Rauschen fällt naturgemäß schlechter aus als bei der a6000, ist aber immer noch in einem erstaunlich gutem Rahmen. Bei Sonnenschein entstehen qualitativ sehr gute Fotos mit der "Kleinen". Wenn Minimalismus erforderlich ist, etwa Reisen nur mit Handgepäck, wäre das die Kamera meiner Wahl. Auch hier bietet sich ein Zweitakku an, denn die Leistung ermöglicht auch nur ca. 300 Bilder. Dafür geht das Aufladen in der Kamera am Handyladekabel angenehm fix und ein Ladegerät kann man sich sparen.

Schussbereit

Nach den bisherigen Erfahrungen wird mich das Gespann der beiden Sonys sicherlich noch bei weiteren Gelegenheiten begleiten. Entscheidende Nachteile oder Einschränkungen gegenüber der DSLR-Ausrüstung konnte ich nicht feststellen, abgesehen von der Zeitraffer-Problematik.

Alles im Blick

Freitag, 11. März 2016

Ausgemustert

Es wird ja selten über Schuhe geschrieben. Ich muss aber doch einmal die Flip-Flops "Rockaway" der Firma Keen lobend erwähnen. Die halbe Welt verbringt ihr Leben mit derlei Zehensandalen, zumindest in den tropischen Regionen. Ich handhabe das in diesen Gegenden ebenso. Neben den einfachen Gummilatschen gibt es durchaus kommode Modelle, die sich aber erfahrungsgemäß auch oft recht schnell abnutzen. Sehr gute Erfahrung habe ich nach verschiedensten Versuchen mit dem erwähnten Keen Flips gemacht, die in Leder gefertigt nicht nur bequem, sondern auch recht haltbar sind. Die Sohle nutzt sich nicht schnell ab und das Gewicht ist auch noch vertretbar, den ganzen Tag lässt sich damit angenehm herumschlappen. Nachdem mir die Dinger in Indien, Vietnam, Sri Lanka und nun Thailand gute Dienste leisteten und mich täglich (er)tragen mussten, dazu noch bei ein paar Gelegenheiten im heimischen Sommer, sind sie nun "durch". Die Investition hat sich gelohnt, aber irgendwann ist eben Schluss. Sehr schade, da das Modell aktuell kaum noch zu bekommen ist.

Zurückgelassen in Bangkok

(Salz)wasser schmeckt den Tretern weniger, ich glaube das hat den Niedergang endgültig herbeigeführt.
Nebenbei waren das die einzigen Schlappen, die ich sogar einmal in Mumbai von einem Schuhputzer auf Hochglanz wienern ließ.

Samstag, 5. März 2016

Same same II

Zum Thema same same lässt sich feststellen, dass zum einen immer noch duzende mit den entsprechenden T-shirts über die Khao San Road schlappen, zum anderen stelle ich fest: der Scheiß ist überall der gleiche. Das gilt einerseits für den ganzen Souvenirkrempel, andererseits für die Zentren des Konsums, auch hier sind keine Überraschungen zu erwarten.

Zum Abschluss in Bangkok setze ich noch einmal die Serie Khao San morgens um halb sieben fort, irgendwie hat das was.

Thai Punk not dead
Money kills

Per Expressboot und Skytrain fahre ich dann noch einmal ins "Zentrum", sofern es dieses gibt. Allgemein verortet man es am Siam Square, dem betongewordenen Herzstück des gelebten Kapitalismus. Dort befinden sich die riesigen Shoppingcenter, die angeblich wahre Kaufräusche auslösen bei den herumwuselnden Touristen. Ich kann mich bremsen. Eine löbliche Erwähnung verdient allerdings das Obergeschoss des Siam Center. Dort befindet sich die kulinarische Abteilung mit einer Ansammlung von Garküchen quer durch die asiatische Küche. Man erwirbt eine mit beliebigem Betrag aufladbare Chipkarte und kann dann von Stand zu Stand allerlei Leckereien ausprobieren. Das Gebotene ist preiswert und hier isst man auf jeden Fall authentischer Thaiküche als überall im Umfeld der Khao San Road.

Siam Square lädt draußen weniger zum Flanieren ein
Unter den Hochbahnen ist Tageslicht weniger vorgesehen
Die Luft ist verkehrsbedingt nicht eben gut, dafür ist Rauchen überall verboten
Zusammengefasst: be amazed!
Irgendwer liebt hier eine Kuh?
Say hello to the world (in der Vergrößerung erklärt sich das)

Das nobelste Kaufhaus, das Siam Paragon, beherbergt neben Gucci und Co. ein riesiges Aquarium im zweiten Untergeschoss. Das kostet heftig Eintritt, aber ich habe es mir dennoch gegönnt und muss sagen, das "Seaworld" eine recht gelungene Veranstaltung ist. Wenn man mal genug hat von schwüler Hitze kann man hier ein Stündchen klimatisiert Fische gucken.

Unter(wasser)welt

Um den Bangkokbesuch zu komplettieren spaziere ich am letzten Morgen noch zum Golden Mount. Dieses zu einem Kloster gehörige aufgeschüttete Hügel bietet vor allem Aussicht und Unmengen zu klein geratener Treppenstufen, die man einem Duracellhäschen ähnlich hochmarschieren kann.

Oben auf dem Golden Mount
In der Nähe sind die Manufakturen für Bettelschalen (Mönchsbedarf) angesiedelt

Ein Besuch in Chinatown muss ebenfalls noch einmal sein. Dort ist es ungemein quierlig und es gibt immer etwas zu sehen in den Marktgassen. Abends werden die Verkaufsstände dann gegen Garküchen ausgetauscht und hier ist die beste Adresse für Seafood aller Art. Zur Rückfahrt nehme ich nostalgischen Gründen dann mal ein Tuk-Tuk. Ein smarter Fahrer findet sich schnell, wir lachen beide über seinen Preisvorschlag und es folgt recht zügig ein moderates Angebot. Außerdem darf ich rauchen, ich verspreche auch das Fenster aufzumachen und habe damit endgültig gewonnen beim Piloten.

Im Zentrum von Chinatown
Nahrhafte Essensstände

Ehe man es sich versieht, sind drei Wochen wieder vergangen und ein A380 ist bestiegen. Dieser Riesenflieger ist schon erstaunlich, bietet im Inneren aber natürlich auch nicht mehr Platz als gewöhnlich, das aber immerhin auf zwei Etagen.

Ein letztes Bier in der für mich zuständigen Gecko Bar, wo man übrigens morgens um sechs schon einen Kaffee bekommt